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Rotwein-Nation Österreich?

Gute Noten für den Jahrgang 1999 auf dem Prüfstand.

Anfang Juli fand im Restaurant Kronprinz Mayerling eine beachtenswerte Demonstration der Qualität Österreichischer Rotweine statt. Das Ergebnis der internationalen Jury ist mehr als überraschend. Es ist mehr als erfreulich.



Wer mich kennt, weiss, dass ich ein ständiger Kämpfer für Österreichs Weine im In- und Ausland bin. Diese Tätigkeit brachte mir schon den Spitznamen "Weinbotschafter" ein.

Mit den grandiosen Weissweinen Österreichs war es auch relativ leicht, Skeptiker weltweit zu überzeugen. Anders war es da schon beim Rotwein. Als alter Bordeaux und Barolo-Fan hatte ich immer meine Problemchen bei unseren Roten.

Nun darf ich auch hier meine Meinung kräftig revidieren. Eine Blindverkostung von 73 Rotweinen des ausgezeichneten Jahrgangs 1999 bewies selbst mir, dass Österreichs Rotwein-Garde auf dem richtigen Weg ist.

Selbst wenn so prominente Top-Winzer wie Pöckl, Umathum, Markowitsch und Co. ihre Weine nicht einschickten, da sie es - vernünftigerweise - ablehnen, nicht fertig gefüllte Weine zu Tastings zu senden, war die Qualität durchgehend hoch.

Einigermassen überraschend auch das Ergebnis, das einige bekannte Namen "nur" im guten Mittelfeld landen liess: Etwa der "Steinzeiler" von Kollwentz, der "1005" von Feiler-Artinger, Johann Reinischs "Grande Reserve" oder auch "Ina´mera Reserve vonm Weingut Juris-Stieglmar.

In der "oberen Liga" jede Menge Geheimtipps und Überraschungen: Leo Hillingers "Hill 1", der Cabernet Sauvignon von Reumann in Deutschkreuz, die Cuvee "Troisieme Edition" vom Weingut Böheim, die beiden Weine von Toni Hartl aus Reisenberg und erstaunlich gut wieder einmal der "Olivin" vom Schlossweingut Winkler-Hermaden aus der Südost-Steiermark. Die Phalanx der Burgenländer durchbrach (allerdings ausser Konkurrenz, beim Mittagessen) auch der Zweigelt "Granit" von Kurt Angerer aus Lengenfeld bei Krems.

Die Spitze zeigte sich mit dichten, fruchtigen und kräftigen Rotweinen, viele davon Blaufränkisch oder Cuvees mit hohem Anteil dieser Rebsorte, die 1999 offensichtlich Idealbedingungen vorfand: Krutzlers "Perwolff", die Weine vom besten "Nichtwinzer Österreichs" Negociant Heribert Bayer, der auch mit seinem "Partner" Josef Tesch den "Titan" in die Top-Ränge brachte. Der Blaufränkisch "Goldberg" von Johann Heinrich, der "Marienthal" von Ernst Triebaumer, der faszinierende Merlot von Franz Weninger, ebenso wie seine Cuvee veratina, sowie der Pannobile von Gernot Heinrich (von dem mir der "Salzberg" abging)bewiesen aber die Rotwein-Power des östlichesten Bundeslandes wieder einmal ausdrucksvoll.

Die absolute Spitze meiner Wertung führten aber Weine an, die ich mit einer Ausnahme (Schwarz) nicht gerechnet hätte. Der "Arachon" von T.FX.T, dem Trio Szemes, FX Pichler und Manfred Tement, der mir bisher immer ein wenig zu verhalten erschien, der "In Signo Leonis" von Negociant Eleveur Heribert Bayer und der ausgezeichnete Blaufränkisch "Selektion aus dem Weingut Tesch in Neckenmarkt. Der "Schwarz-Rot" zeigte wieder einmal auf, was möglich ist, wenn bedingungslos auf Qualität geachtet wird. Aber Hans Schwarz´ "Helfer" sind ja auch keine Unbekannten: Alois Kracher, der Süsswein-Superstar und Manfred Krankl der österreichische Kultwinzer in Kalifornien.

Erstaunt hat aber die gesamte Jury das Abschneiden eines "Geheimtipps" aus dem Weinbaugebiet Carnuntum: Franz Taferner, dessen Weine "Excalibur" und "Tribun" von allen Verkostern sehr hoch benotet wurden.

Meine Verkostungsnotizen im Detail finden Sie im untenstehenden Artikel.

Dieses Tasting kam auf Anregung von Mario Scheuermann aus Hamburg unter Mithilfe von Brigitte Pokorny von der ÖWM zustande, der mit dieser Veranstaltung auch einmal die Power der führenden Internet-Weinseiten aufzeigen wollte. Alle Verkoster haben daher ihre Ergebnisse ins Netz gestellt und sich untereinander verlinkt, so kann jeder, den es interessiert die verschiedenen Ergebnisse bis ins Detail nachsehen.

Die Verkoster und ihre Links:
Mario Scheuermann, Best-of-Wine, Hamburg
Hellmuth O. Knall, Wine-Times, Wien
Marcus "Sam" Hofschuster, Wein-Plus, Erlangen
Stephan Reinhardt, Süddeutsche, München
Florian Holzer, Standard, Wien

Ausserdem noch in der Jury:
Peter Moser, Falstaff, Wien
Michael Thurner und Thomas Klinger, ÖWM, Wien.

Herzlichen Dank an Heinz Hanner und sein Team, das nicht nur für eine perfekte Abwicklung der Blind-Probe sorgte, sondern anschliessend auch kulinarisch bewies, dass das Restaurant seine Hauben absolut verdient.
Da es (noch) keine eigene Homepage vom Kronprinz gibt, hier ein bisschen Info über Kronprinz.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 13:57:23

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