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Bordeaux 98

Ein schwieriger, aber interessanter Jahrgang .

Die Nachricht ließ aufhorchen: Im Jänner verkündete der erste Händler in St.Emilion eine deutliche Preissenkung, im März erklärte dann ein alter, blinder Patron, Jaques Merlaut von der Bernand-Taillan-Gruppe, zu der auch Château Cos d’Estournel, Château Citran und Gruaud-Lar



Daraufhin erfolgte eine Diskussion um die Preise, die erstens nicht wirklich etwas brachte und zweitens die Diskussion von der Weinqualität wegführte.

Ähnlich wie in Österreich, hatten auch die Spitzen-Châteaux in Bordeaux mit dem aktuellen Jahrgang zu kämpfen.

Nach früher Blüte und genug Regen folgte eine heiße zweite Junihälfte. Ein großer Jahrgang zeichnete sich ab. Der Juli verlief aber mit relativ viel Bewölkung und kalten Nächten nicht wunschgemäß. Regen mit Sturm trocknete die Böden aus und die darauffolgende Hitzewelle (bis 38 Grad) im August dörrte speziell die Cabernet-Sauvignon Trauben ziemlich aus. Anfang September hoffte man wieder, der leichte Regen brachte die ersehnte Feuchtigkeit, die darauffolgende warme Periode ließ speziell beim früher reifenden Merlot und beim Cabernet-Franc gute Ergebnisse ernten.

Weingüter, die hauptsächlich auf Cabernet setzen, sahen sich großen Problemen gegenüber. Durch die verzögerte Reifezeit mußte man nämlich zuwarten. Ende September und Anfang Oktober kamen zwei mächtige Regengüsse (bis zu 4cm pro Tag) und die ausgedörrten Trauben sogen das Wasser sofort auf. Daher gab es hier stark verwässerte Moste.

Kurz gesagt, die Châteaux, die einen hohen Merlot und Cabernet Franc-Anteil haben, sind heuer die "Sieger". Die besten Ergebnisse finden sich im Pomerol, St. Emilion und Graves-Gebiet, wo man Ergebnisse erzielen konnte, die an absolute Spitzenjahrgänge erinnern, auf jeden Fall die besten Weine seit 1990.

Ganz schwierig hingegen Médoc, St. Julien und Margaux, wo die teilweise noch grünen Cabernets hohe Gerbsäure und "grüne" Tannine einbrachten, weil oft die Extraktion, also die Farbgebung und Geschmacksstoff-Pressung, übertrieben wurde.

Meine subjektive Wertung: Château Cheval Blanc vor Château Petrus und Château L’Eglise-Clinet.

Es gibt aber heuer am rechten Ufer viele kleine und auch relativ preiswerte Weine von den "Petit Châteaux", die aber nicht in Subskription zu erhalten sind, daher schwer zu bekommen sein werden. Vielleicht gelingt es uns beim feinspitz einige davon für unseren Shop zu ergattern, schaut also in ein paar Wochen wieder rein. [hk]
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 14:04:55

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