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So schmeckt der Sommer.

ÖGZ und Wine-Times veranstalteten den Sommerwein-Cup 2005.

Es war keine leichte Aufgabe für die Jury. Mehr als 100 Weine in 3 Kategorien wurden eingereicht und im Restaurant Maranello verkostet. Die strenge Bewertung lesen Sie hier...

So schmeckt der Sommer.
Weblinks
Verkostungsnotiz


Sommerwein-Cup.

Von größter kulinarischer Relevanz sind für die Gastronomie die leichten, frischen, fruchtigen Weine. Die strenge ÖGZ-WineTimes-Jury verkostete über 100 Sommerweine, die sich vor allem auch durch ihr gut kalkulierbares Preis-Qualitäts-Verhältnis auszeichnen.

Ideale Partner zur leichten, saisonalen Küche sind jetzt ebenso gefragt wie die sogenannten „Terrassenweine“, von denen man gern auch nur so ein oder mehrere Gläser trinkt: Wie der Name schon sagt, am liebsten wenn es heiß ist im Freien. Weine dieser Klassen haben folgende Eigenschaften gemeinsam: Sie haben höchstens 12,5% Alkohol, sind trocken (bis maximal 9 Gramm Restzucker) und stammen natürlich aus dem aktuellen, frischen Jahrgang 2004.

Auf und zu.

Bei dieser Verkostung war die Ausfallsrate durch Korkgeschmack gleich null, weil die Weine dieser Kategorie im allgemeinen mit alternativen Flaschenverschlüssen ausgestattet sind. Bei den Kunststoff-Stöpseln (die eindeutige Mehrheit der Proben) zeigten sich manchmal Probleme mit Nebentönen wie Polystyrol, welche ebenso unangenehm sein können wie Tri- oder Tetrachloranisol (für den Korkgeschmack verantwortlich). Die Verkoster waren der Meinung, dass gerade bei den jung zu trinkenden Weinen die Schraub- und Glasverschlüsse die frischesten Ergebnisse bringen.

Bei den Beschreibungen im Textteil handelt es sich um eine Zusammenfassung der meistgenannten und prägnantesten Begriffe, um auch hier einem Mittelwert nahe zu kommen.

Die Bewertungen sind sehr streng, weil wir um die Problematik des vergangenen Jahrgangs wissen und uns zu einfach gestrickte und adstringierende Weine mit Bitternoten auch um wenig Geld nicht wirklich empfehlenswert erscheinen. Trinkspass war gefragt und den gibt es auch.

Die Wertung.

Die Wertung erfolgte im 20-Punkte System, zur Erleichterung finden Sie im untenstehenden Kasten die Erklärung zu den Punkten und eine ungefähre Umrechnung in das 100-Punkte System.

10 bis 11,5 Annehmbar, sauber, aber einfach. 70 bis 74

11,6 bis 13 Ordentlich bis gut. 75 bis 79

13,1 bis 15 Sehr gut. 80 bis 84

15,1 bis 16,5 Ausgezeichnet.85 bis 89

16,6 bis 18 Hervorragend. 90 bis 94

18,1 bis 20 Gross, internationale Spitze. 95 bis 100

Die Top-Ten der einzelnen Gruppen.

Um eine homogene Wertung zu schaffen, teilten wir die eingesandten Weine in drei Gruppen: Grüner Veltliner, Rosé und Sortenvielfalt.

Das ergab 39 Grüne Veltliner, 24 Rosé und 47 Weine der Kategorie Sortenvielfalt, also Riesling, Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller, Welschriesling, Muskat Ottonel, Weissburgunder, Scheurebe/Sämling 88, Frühroter Veltliner/Malvasier, Chardonnay, Furmint und Roter Veltliner. Da sehr viele Weine nur ganz knapp auseinander lagen, haben wir die Top-Ten ein wenig grosszügiger aufgefasst und die Ex-Aequo Weine zusammengefasst.

Top-Ten Grüner Veltliner.

Österreichs Paradesorte war logischerweise am stärksten vertreten. Insgesamt 15 Veltliner schafften es auch über die 15 Punkte-Hürde sind also „ausgezeichnet“, eine Kategorie, die meist nur Weine mit höherem Alkoholgehalt erreichen.

Auf den vorderen Rängen ist das Weinviertel besonders präsent, die fruchtigen, würzigen Weine konnten die Jury überzeugen, durchbrochen von zwei Steinfedern aus der Wachau und – sehr erfreulich – dem Newcomer PADO, hinter dem sich Peter A.Dolle Junior verbirgt. Auch erfreulich, dass fast alle eingereichten Veltliner über 13 Punkte erreichten, also „sehr gute“ Weine sind, die viel Trinkspass um relativ wenig Geld bieten. Weniger erfreulich ist, dass die schick grün-gestylten „Modeflaschen“ doch eher aussen hui – innen pfui sind. Da wäre etwas mehr Aufwand für den Inhalt als für den Grafiker recht angenehm.

1. Klein, Weinviertel DAC Classic 16,5
2. FWW, GV Loibenberg Federspiel 16,3
Weinrieder, Grüner Veltliner Classic 16,3
3. Schuckert, Grüner Veltliner Summerwine 16,2
4. PADO, GV Hasel "Keep" 15,7
Kartäuserhof, GV Steinterrassen Federspiel 15,7
5. Pfaffl, Weinviertel DAC Zeiseneck 15,6
6. Kirchmayr, Grüner Veltliner Juventus 15,5
7. Sommer, Grüner Veltliner Classic 15,4
8. Taubenschuss, Weinviertel DAC 15
Zeilinger-Wagner, Grüner Veltliner Von der Hefe 15
Ziß, Grüner Veltliner Feenhaube 15
Wenzl, Grüner Veltliner Selection Summer 15
9. Schloss Gobelsburg, Grüner Veltliner Messwein 14,9
10.Hofbauer-Schmidt, Weinviertel DAC Hochstrass 14,8

Top-Ten Rosé.

Der früher vielgeschmähte Rosé ist, speziell als leichter Sommerwein, wieder im Kommen. Hier zeigte sich ein sehr homogenes Feld, keine Ausreisser nach oben oder unten. Alle Weine im Bereich zwischen 13 und 15 Punkten. Hier ist es wirklich nur die persönliche Vorliebe, die einen Unterschied macht.

1. Dr. Unger, Rosé 15,8 und
Weninger Sopron/Balf, Kekfrankos Rosé Spern Steiner 15,8
2. Wieninger, Pinot Rosé 15,3
3. Hans Moser, Blaufränkisch Rosé 15
4. FWW, Rosé Steinfeder 14,9
Nittnaus Nelly, Rosé 14,9
Köllan-Schmelzer, Rosé 14,9
5. Herzinger, Zweigelt Rosé 14,8
Höfinger, Zweigelt Rosé 14,8
Malat, Rosé 14,8
Wendelin, Rosé 14,8
6. Feiler-Artinger, Blaufränkisch Rosé 14,6
7. Taubenschuss, Zweigelt Rosé 14,5
8. Dolle, Zweigelt Rosé 14,4
Dürnberg, Weisspressung 14,4
Opitz, Pink Kiss 14,4
9. Bründlmayer, Rosé 14,3
10. Jurtschitsch, Zweigelt Rosé 14,1

Top-Ten Sortenvielfalt.

Erfreulich war, dass einige Rieslinge sehr hohes Niveau zeigten, was gerade im Jahr 2004 keine einfache Aufgabe war und mit sehr viel Weingartenarbeit und Geduld verbunden war, wobei hier Sepp Mantler die Latte ziemlich hoch legte. Gratulation.

Sehr erfreulich auch der Weissburgunder von Hannes Sabathi vom Kranachberg und die Überraschung schlechthin: der von allen Verkostern höchstgelobte Muskat-Ottonel von Zeilinger-Wagner, der zeigt, was in dieser fast ausgestorbenen Sorte steckt, wenn man sich die Arbeit antut.

Dass 2004 kein besonders gutes Jahr für Sauvignon Blanc und Muskateller war, zeigte sich auch in dieser Verkostung, nur Walter Skoff konnte überzeugen und holte ex-aequo Rang drei. In dieser Gruppe waren auch die Unterschiede am grössten, zwischen dem ersten und dem letzten Rang liegen gewaltige 7 Punkte.

1. Mantlerhof, Riesling Zehetnerin 17,3
2. Hannes Sabathi, Weissburgunder Klassik 16,9
Zeilinger-Wagner, Muskat Ottonel 16,9
3. Willi Bründlmayer, Riesling Steinmassel 16,6
Walter Skoff, Sauvignon Blanc Classique 16,6
4. Willi Bründlmayer, Riesling Kamptal Terrassen 16,4
5. Dr. Unger, Riesling 16,3
6. Sommer, Riesling Classic 16,2
7. PADO, „Interest“ Burgunder Cuvée 16,1
8. Hutter, Cuvée Silberbichl 16
9. Dürnberg, Cuvée R.S.B. 15,8
Hermann Moser, Gelber Muskateller 15,8
Jurtschitsch, Weissburgunder Kamptaler Terrassen 15,8
Leth, Gelber Muskateller Classic 15,8
10. Straitz & Straitz, Riesling „RR“ 15,5

Nicht in die Wertung nehmen konnten wir den Wein vom Weingut Höpler, der als Riesling offenbar falsch etikettiert war, denn alle Verkoster waren sich einig, dass hier ein schöner Sauvignon Blanc im Glas war. Als solcher wäre er allerdings sicher im Bereich von 16 Punkten gelegen.

Alle restlichen Weine finden Sie jetzt schon in der Druckausgabe der ÖGZ - siehe Link-Tipp.

Leider hat sich dort der Druckfehlerteufel eingeschlichen: Deshalb finden Sie im ÖGZ-Artikel (siehe Link) leider zwei Fehler, für die wir uns gleich entschuldigen möchten: Ausgerechnet beim Siegerwein steht eine falsche Bezeichnung: der Riesling vom Mantlerhof heisst natürlich "Zehetnerin" und nicht Zehentwein (obwohl das historisch gesehen von der Ableitung gar nicht so unlogisch wäre). Der zweite Fehler ist aber durch einen Computerfehler passiert und wesentlich peinlicher. Gerade ein Wein, der uns gar nicht besonders gefallen hat, war der rote Veltliner vom Rebenhof Mantler in Fels am Wagram. Nicht nur dass die Verwechslung mit dem Mantlerhof peinlich ist, dessen rote Veltliner wir lieben, ist uns auch noch ein falsches Foto reingerutscht. Wir bitten um Verzeihung.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 13:07:07

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