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"A bissl nervös bin i scho..."

Willi Resetarits präsentierte seine neue CD.

Willi Resetarits und seine Freunde haben den Stubnblues vom Stubnerkogel in die Stadt geholt. In der Stuben vom Wieninger in Stammersdorf gab es gemischten Satz im Weinglas, im Publikum und von den Musikern, die eigentlich als Band auch ein gemischter Satz sind.

"A bissl nervös bin i scho..."
Beim musizieren sichtlich nicht mehr nervös. Willi Resetarits.
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Im Garten des Heurigenlokals Wieninger steht Willi Resetarits und begrüsst artig alle einlangenden Gäste. "A bissl nervös bin i scho..." raunt er mir zu. Nach all den Jahren und unzähligen CD-Präsentationen als Ostbahn-Kurti . Geh bitte.

Aber es ist halt doch ganz was anderes, wenn man die Musik, die man eigentlich nach dem Wandern auf einer Berghütte zum Spass gespielt hat, nun auf eine CD bringt. Aber Willi wäre nicht Willi, wenn er das nicht auch mit seinem Charisma und seiner ihm eigenen faszinierenden Art schaffen würde.

Gemischter Satz in der Stubn.

Fritz Wieninger ist der Top-Winzer Wiens. Und, er hat in den letzten Jahren dem typischen Wiener gemischten Satz zu einer Renaissance verholfen. Also war es nur passend die CD, die eigentlich auch ein gemischter Satz ist, hier zu präsentieren.

Gemischt, weil die Musik darauf den Bogen von Van Morrison und Tom Waits bis hin zu Wienerischem vom Ralph Benatzky und natürlich Eigenkompositionen spannt. Ziemlich gemischt auch die Texte. Von den inzwischen fast legendären kroatischen Liedern, über ziemlich geniale Vertonungen von H.C. Artmanns Poesie bis hin zu Karl Farkas.

Gemischt auch die Herren die hier mit wenigen leisen Instrumenten eine ergreifende Stimmung schaffen: der "ewige Begleiter" von Willi Restarits, diemal am Akkordeon, Roland Guggenbichler, der Professor ("er hat des Klavierspün ned verlernt..."), Klaus Kircher am sonoren Kontrabass, Stefan Schubert an Gitarren, Banjo und Mandoline, Hubert Berger mit einer einprägsamen Klarinette und am Tenorsaxophon und Chris Haitzmann an der Trompete und natürlich Willi selbst an diversen Zeitungen, Salstreuern und ähnlichen Percussions-Gerätschaften, sowie seinem "Fotzhobel", der Mundharmonika, die er inzwischen geradezu virtuos beherrscht. Gesang zeitweise von allen Herren.

Nicht wirklich Blues.

Nicht wirklich Blues.
Willi Resetarits. StubnBlues. "aus sun und aus regn".


Also Musik-Wissenschaftler werden sicher mit der Bezeichnung "Blues" beim StubnBlues nicht einverstanden sein. Ist aber Wurscht. "Der Blues steht also pars pro toto" steht im Einleitungstext der CD. Man könnte auch einfach sagen, die Herren spielen einfach, was ihnen gerade Spass macht - und das ist gut so, ab und zu ist vielleicht auch ein Blues dabei.

Besonders überzeugend sind die Vertonungen der H.C Artmann-Texte "alanech fia di" und "da r abrüü", die Eigenkompositionen "regn" und "de wöd" von Resetarits, Schubert, Berger und Guggenbichler.

Insgesamt-Urteil: Kaufenswert.

Wer es vorher (oder nachher erst Recht) live hören will. Auch das ist möglich: am 20. 4. im Linzer Posthof, am 21. 4. im Treibhaus in Innsbruck, am 27. in der Purkersdorfer „Bühne“, am 28. 4 im Wiener Orpheum und am 2.5. in der Lokalität gleichen Namens in Graz. Als Draufgabe gibt es am 10. und 11.5. noch zwei Konzerte in der ARGEkultur Salzburg.

Zu kaufen gibt's die ohne Plattenfirma, dank Sponsoren entstandene CD "aus sun und aus regn" direkt auf der Hompage, auf der es auch Hörproben gibt. www.williresetarits.at

Gemischter Satz.

Gemischter Satz.
Vermutlich der beste gemischte Satz der Welt.


Ein Wein wie Wien. Für Nichtkundige eine kurze Erklärung: Der gemischte Satz ist der Gegensatz (vielleicht aber auch die ursprüngliche Vorlage) zur Cuvée.

In den Weingärten stehen verschiedene Traubensorten gemischt angebaut. Diese werden gemeinsam gelesen und gepresst. Das ist seinerzeit entstanden, um mögliche Wetter bedingte Schwankungen auszugleichen und immer möglichst gleich gute Qualitäten und Mengen in die Flaschen zu bringen.

Deshalb pflanzte man frühreifende und spätreifende Sorten, Massenträger, die eher neutrale Weine erbringen würden, mit Aroma-Sorten und süsse Reben mit solchen, die hohe Säure mitbringen.

Das wurde in ganz spezifischem Verhältnis ausgepflanzt. Der gemischte Satz bestand als "klassisch" aus vielen Sorten, oft mehr als zehn. Meist waren es Grüner Veltliner und Welschriesling, kombiniert mit kleineren Anteilen von Traminer, Muskateller, Weiss- und Grauburguner, Neuburger und Gutedel.

Im Jahr 1999 konnte Fritz Wieninger einen alten Weingarten am Nussberg erwerben, wo so ein gemischter Satz stand. Da er sich "Nicht drüber traute" gleich alles zu roden, "schaute er einmal, was dabei rauskam". das Ergebnis ist Legende. Speziell die Jahre 1999, 2002 und 2005 brachten als "Nussberg Alte Reben Gemischter Satz" legendäre, preisgekrönte Weine. Der 2002er wurde hier in Wine-Times der Weisswein des Jahres.

Trinken kann man den gemischten Satz (es gibt auch einfachere, als die "Alten Reben") im Heurigen des Bruders Leo in der Stammersdorfer Strasse 78 nahezu täglich.

Den gemischten Satz von Wieninger, Zahel, Christ und Edlmoser gibt es am Montag, 16. April 2007 in der Secession in Wien. Näheres in den Termintipps.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-04-13 15:03:11

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