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Besser als befürchtet.

Bei der ersten Verkostung in Wiesbaden präsentierten sich die "Grossen Gewächse" besser als man nach den Wetterkapriolen im Spätsommer 2006 befürchtete.

Weblinks


Selbst prominente deutsche Winzer erzählten über enorme Regengüsse im Spätsommer 2006 und liessen einen Eindruck entstehen, als wäre hier kaum wirklich gute Qualität machbar gewesen.

Entwarnung.

Kompliment an die Winzer des VDP. Nach knapp 200 verkosteten Weinen kann Entwarnung gegeben werden. Wenn auch nur in geringen Mengen, so kann man doch von guten Qualitäten berichten.

Natürlich gibt es auch wieder Weine, über deren Präsenz unter den "Grossen Gewächsen" durchaus diskutiert werden darf, aber diese Diskussion gibt es auch in guten Jahren.

Jahrgangsbedingt niedrigeres Niveau ist natürlich auch da und dort festzustellen - und wenn die Botrytis einmal einen Weingarten befällt kann man auch nur mit sehr viel Aufwand und rascher, sehr selektiver Lese noch gutes Traubenmaterial einbringen. Aber gerade hier zeigt sich, was im VDP mit dem "Erste Lage" - Konzept in den letzten Jahren erreicht wurde. Denn gerade in schwierigen Jahren trennt sich die Spreu vom Weizen.

Regional stark unterschiedlich.

Natürlich ist das Wetter nicht überall gleich, in manchen Regionen regnete es weniger, manche Böden nehmen mehr Wasser auf, manche Winzer regulieren mit aufwändiger Bodenbearbeitung im Weingarten den Wasserhaushalt.

In Rheinhessen, Franken, in der Pfalz, an Nahe und Ahr haben die Top-Winzer aber fast alle sehr gute Qualitäten präsentiert. Hier zeigten sich die Weine zwar manchmal mit ungewohnten Apfel- oder Grapefruit-Aromen, insgesamt kann man aber doch sagen, dass die guten Lagen auch 2006 feine mineralische Rieslinge erbrachten, die vielleicht nicht ganz die Grösse mancher 2005er erreichen, sehr viele Weine liegen aber zwischen 85 und 90 Punkten, einige auch darüber. Und das ist schon sehr, sehr gut.

Offensichtlich viel schwieriger scheint es am Rheingau gewesen zu sein, denn hier gibt es schon recht viele Weine mit deutlichen Botrytis-Noten nach Karton, Honig und leider auch phenolischen Bitternoten im Abgang.

Erfreulich wieder die Spätburgunder aus dem Jahrgang 2005, hier tut sich in den letzten Jahren in Deutschland wirklich sehr viel in Richtung Qualität.

Sehr spannend die Silvaner, speziell in Franken. Wenn auch hie und da doch fast überkonzentriert und mit mächtigem Körper und Alkohol, so doch regions- und sortentypisch.

Die einzige wirkliche Enttäuschung waren die weissen Burgundersorten, die natürlich auch am schnellsten von Botrytis befallen werden. Hier muss man schon wirklich nach Top-Qualität suchen.

Insgesamt also, durchaus kaufenswert, diese 2006er. Vielleicht nicht ganz so lange lagerbar aber schön zu trinken zwischen 2008 und 2012. Ein detaillierter Artikel mit näheren Verkostungsnotizen folgt in den nächsten Tagen.
© by Helmut Knall
last modified: 2007-08-29 13:24:11

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